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Netzentgelt nach AgNes: Kapazitätspreis anlegen

In diesem Artikel legst du die Komponente „Kapazitätspreis“ an, verstehst Kapazitätspreis, Arbeitspreis 1 und Arbeitspreis 2 – und siehst, welche Bestellkapazität für dein Projekt optimal ist.

Verfasst von Felix

Kurz erklärt: Was sich mit AgNes ändert

Ab 2029 wird das Netzentgelt für RLM-Kunden auf eine bestellte Kapazität umgestellt. Heute zahlst du Leistungspreis (auf die höchste Viertelstunde im Jahr) und Arbeitspreis. Nach dem AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur bestellst du stattdessen im Voraus eine Kapazität – und zahlst drei Preise:

Preis

Einheit

Gilt für

Kapazitätspreis (KP)

€/kW/a

die bestellte Kapazität

Arbeitspreis 1 (AP1)

ct/kWh

Energie innerhalb der Bestellkapazität

Arbeitspreis 2 (AP2)

ct/kWh

Energie oberhalb der Bestellkapazität

Wichtig: Die Bestellkapazität zu überschreiten ist erlaubt – es wird nur teurer, weil die überschreitende Energie mit AP2 statt AP1 abgerechnet wird. AP2 liegt im Entwurf zwischen dem 2,0- und 3,5-Fachen von AP1.

Daraus folgt die eine Kennzahl, auf die es ankommt:

h* = KP / (AP2 − AP1), in Stunden pro Jahr.

Die kostenoptimale Bestellung ist deine Jahresdauerlinie an der Stelle h*: die Leistung, die du h* Stunden im Jahr überschreitest. Ein kleines h* (z. B. 50 h) heißt „bestelle knapp und überschreite gezielt“, ein großes h* heißt „bestelle nah an der Jahreshöchstlast“. In minimum energy musst du das nicht selbst ausrechnen – der Optimierer bestimmt die Bestellkapazität mit. Du siehst h* aber jederzeit in der Komponente und kannst damit einordnen, wie stark der Tarif Lastspitzenkappung und Speicher belohnt.

Voraussetzungen

  • Im Projekt sind Netzbetreiber und Spannungsebene hinterlegt. Daraus werden die Preise prognostiziert.

  • Ein Lastgang ist hinterlegt – ohne Lastprofil gibt es keine sinnvolle Bestellkapazität.

  • Die Komponente ist bewusst optional: Die Regulierung ist noch ein Entwurf, die Preise sind eine Prognose.

Schritt für Schritt

  1. Öffne dein Projekt und wechsle in den Systembuilder.

  2. Wähle im Reiter Strom die Komponente Kapazitätspreis und füge sie dem Modell hinzu.

  3. Öffne die neue Komponente. Ist eine Prognose möglich, sind die drei Preise bereits gefüllt und ein Hinweis nennt die Quelle: Preisblatt des Netzbetreibers, Jahr, Median-Szenario und das zugehörige h*.

  4. Prüfe die Werte in den Feldern Kapazitätspreis (€/kW/a), Arbeitspreis 1 (ct/kWh) und Arbeitspreis 2 (ct/kWh). Du kannst jeden Wert überschreiben, etwa wenn dir ein konkretes Angebot deines Netzbetreibers vorliegt. Darunter findest du das Feld Mindestbestellkapazität (kW): Nach dem AgNes-Entwurf (Ziffer 8.4) bestellst du mindestens 10 % deiner individuellen Höchstlast des Vorjahres. minimum energy füllt dieses Feld automatisch mit 10 % der Spitzenlast des Netzbezugs deiner Ausgangslage vor. Der Tarif gilt dann „ganz oder gar nicht": Entweder fließt gar kein Netzbezug über diese Komponente, oder es wird mindestens die Mindestbestellkapazität gebucht. Trage 0 ein, wenn du kein Minimum erzwingen möchtest.

  5. Kontrolliere die Zeile „Aktuelle Preise: h* = … h“ unter den Feldern. Sie zeigt, welche Lenkungswirkung dein Preisblatt hat – und aktualisiert sich, sobald du einen Preis änderst.

  6. Optional: Variiere im Abschnitt Simulation: α und f die beiden Regler. α ist der Kostenanteil, den der Netzbetreiber über AP1 erlöst (Korridor 0,30–0,60), f ist das Verhältnis AP2/AP1 (Korridor 2,0–3,5). Jede Reglerbewegung rechnet ein erlösneutrales Preisblatt neu und schreibt KP, AP1 und AP2 direkt in die Felder.

  7. Speichere die Komponente.

  8. Sieh dir im Ergebnis die Bestellkapazität in der Komponentengruppe an. Im Betriebsdiagramm und in der Jahresdauerlinie ist sie als gestrichelte Linie eingezeichnet – der Schnittpunkt mit der Dauerlinie ist genau h*.

  9. Öffne die OPEX-Rechnung. Dort sind die Kosten aufgeteilt in Kapazitätspreis, Arbeitspreis 1 (Energie innerhalb) und Arbeitspreis 2 (Energie oberhalb der Bestellkapazität).

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